HiBike gerettet? [Update]: Neuer Investor aus der Fahrradbranche

In den Insolvenzbekanntmachungen als auch im Impressum wird das Unternehmen klar als "Hi Bike Bär KG" bezeichnet, wohingegen der Autor des Artikels konsequent das Leerzeichen unterschlägt. Was will man da erwarten?
 
Fakt ist: Wer mit Unternehmen Geschäfte macht, die schon Insolvenzantrag gestellt haben, geht ein wesentlich erhöhtes Risiko ein, auf seiner Forderung sitzen zu bleiben.
Das widerspricht aber dem:

Neue Forderungen sind nach Insolvenzeröffnung regelmäßig Masseforderungen, die vollumfänglich aus der Masse bedient werden müssen (ggf. haftet der Insolvenzverwalter für deren Erfüllung).

Ich sehe kein (wesentlich) erhöhtes Risiko nach Insolvenzeröffnung zu bestellen. Wo siehst du das erhöhte Risiko?
 
Das widerspricht aber dem:



Ich sehe kein (wesentlich) erhöhtes Risiko nach Insolvenzeröffnung zu bestellen. Wo siehst du das erhöhte Risiko?
Die erste Aussage gilt bis zur Eröffnung des Insolvenzverfahrens. Dann werden "die Karten neu gemischt" - ab dann müssen neue Forderungen vollumfänglich erfüllt werden.

Alle Forderungen, die bis dato entstanden sind (auch Forderungen aus der Zeit nach Stellung des Insolvenzantrages/Beginn des Insolvenseröffnungsverfahrens), sind (mit wenigen Ausnahmen) zur Tabelle anzumelden und werden nur noch mit Insolvenzquote erfüllt.

Geldforderungen (z.B. aus Retouren) werden in aller Regel nicht mehr erfüllt.

Edith: Alles, was Geld für die Insolvenzmasse bringt, wird in der Regel gemacht. Alles, was die Insolvenzmasse schmälert, wird nicht mehr gemacht. Vertragliche Verpflichtungen werden durch Insolvenzrecht ausgehebelt (letzteres hat Geltungsvorrang und überlagert die vertraglichen Rechte und Pflichten).
 
Alles, was die Insolvenzmasse schmälert, wird nicht mehr gemacht. Vertragliche Verpflichtungen werden durch Insolvenzrecht ausgehebelt
Dann dürfte er nicht mal die Ware ausliefern. Also gar keine. Ich weiß nicht ob das so einfach ist.

Aber ja, im Zweifelsfall lohnt es mal wieder den juristischen Aufstand nicht, worauf ja spekuliert wird.

Meine Aussage bezieht sich auf die Zeit vor Insolvenzeröffnung.
Gut, davor ist Wild West.
 
Dann dürfte er nicht mal die Ware ausliefern. Also gar keine. Ich weiß nicht ob das so einfach ist.
Das wird nur deshalb gemacht, weil dadurch Geld in die Kasse kommt (Mehrwert gegenüber Ware im Lager). Es wird grundsätzlich nur noch darauf geschaut, was kurzfristig Geld in die Kasse (Insolvenzmasse) bringt oder was notwendig ist, um den Betrieb aufrecht zu erhalten.

Und ja, "Wild West" ist eine ganz zutreffende Beschreibung für die Phase bis zur Insolvenzeröffnung.
 
Das wird nur deshalb gemacht, weil dadurch Geld in die Kasse kommt (Mehrwert gegenüber Ware im Lager).
Stimme ich zu.
Was aber eben sicher nicht geht ist Geld nehmen und keine Ware ausliefern nach Anordnung des vorläufigen Insolvenzverfahrens. Und das ist das was LLIInnee beschrieben hat.
Da hat der (vorläufige) Insolvenzverwalter seinen Job nicht gemacht, wenn das passiert, oder es ist im schlicht egal. Ist aber leider nix neues.

 
Stimme ich zu.
Was aber eben sicher nicht geht ist Geld nehmen und keine Ware ausliefern nach Anordnung des vorläufigen Insolvenzverfahrens. Und das ist das was LLIInnee beschrieben hat.
Da hat der (vorläufige) Insolvenzverwalter seinen Job nicht gemacht, wenn das passiert, oder es ist im schlicht egal. Ist aber leider nix neues.

Dass letztlich keine Lieferung erfolgt, kann so viele Gründe haben, z.B. eine falsche Angabe im Warenwirtschaftssystem, etc. pp., für die der vorl. Insolvenzverwalter gar nix kann.
Die Aufgabe des vorl. Insolvenzverwalters ist zudem nicht, gutgläubige Käufer vor Schaden zu bewahren, sondern vor allem die Kohle zusammenzuhalten. Im Ergebnis gucken dann alle Insolvenzgläubiger in die gleiche Röhre.
 
Rechtlich mag das ok sein, aber Imho ist das staatlich abgesicherter Betrug.

Ich bin ich der Meinung dass im Normalfall Neuverträge Masseverbindlichkeiten sind, die zu bedient werden müssen, das hängt aber vom Gericht ab. Nur klage das mal ein. Bei Kleinkram lohnt sich das vorne und hinten nicht und das weiß der Insolvenzverwalter auch. Der versucht mit minimalem Aufwand das Ding abzuwickeln und so seinen Gewinn zu maximieren, sonst nix.

Sagen wir es mal so. Der Berufsstand hat sich seinen Ruf redlich verdient. 8-)

In der Praxis ist es sinnvoll einen Zahlungdienstleister wie Paypal dazwischen zu schalten, der das Geld erst rausrückt wenn die Ware versendet wurde.
 
Ich bin ich der Meinung dass im Normalfall Neuverträge Masseverbindlichkeiten sind, die zu bedient werden müssen, das hängt aber vom Gericht ab.
Falls Du unter Neuverträgen auch Verträge meinst, die vor Eröffnung des Insolvenzverfahrens geschlossen worden sind, so ist die Aussage so nicht zutreffend. Das Gegenteil ist richtig und Rechtslage in Deutschland. Es kann sich anhand des § 55 InsO ja jeder selbst einen Eindruck verschaffen.

Selbst Handlungen eines vorläufigen Insolvenzverwalters begründen gemäß § 55 Abs. 2 InsO nur dann Masseverbindlichkeiten, wenn es sich um einen sog. starken Insolvenzverwalter handelt, was in der Praxis so gut wie gar nicht vorkommt - z.B. auch nicht bei HiBike.

Als Kunde/Gläubiger kann man in der Regel erst nach Insolvenzeröffnung darauf setzen, dass man Massegläubiger wird.

Die Tatsache, dass ein Insolvenzgericht wegen eines Insolvenzantrags Sicherungsmaßnahmen verfügt hat, wird öffentlich bekannt gemacht. Wer dann trotzdem noch Bestellungen ohne Absicherung bzw. mit Vorkasse tätigt, geht (ob nun bewusst oder fahrlässig) ein wesentlich erhöhtes Insolvenzrisiko ein. Das wissen anscheinend viele nicht (deswegen schreibe/wiederhole ich das auch hier).

Man kann das rechtspolitisch kritisieren, das ist aber einfach die Rechtslage in Deutschland und zwar seit Jahrzehnten. Sich mit Blick auf Einzelschicksale von Betrug zu reden noch dazu von staatlich abgesichertem Betrug, halte ich aber für ganz und gar nicht sachgerecht.
 
Wer dann trotzdem noch Bestellungen ohne Absicherung bzw. mit Vorkasse tätigt, geht (ob nun bewusst oder fahrlässig) ein wesentlich erhöhtes Insolvenzrisiko ein. Das wissen anscheinend viele nicht (deswegen schreibe/wiederhole ich das auch hier).
Naja, von so einem Verfahren muss man ja erst einmal etwas mitbekommen (es hat wohl kaum einer die Insolvenzbekanntmachungen abonniert). Insofern ist's eben auch so krass, dass auf den Webseiten dann nicht einmal ein Hinweis erscheint.
 
wenn es sich um einen sog. starken Insolvenzverwalter handelt, was in der Praxis so gut wie gar nicht vorkommt - z.B. auch nicht bei HiBike.
Davon ging ich aus. Wenn dem nicht so ist, dann ist das eine traurige Praxis und das Risiko natürlich groß. Warum es in dieser Situation keine Pflicht gibt beim (Online)kauf auf das laufende Verfahren hinzuweisen ist etwas was man hinterfragen sollte.

Sich mit Blick auf Einzelschicksale von Betrug zu reden noch dazu von staatlich abgesichertem Betrug, halte ich aber für ganz und gar nicht sachgerecht.
Es mag fachlich nicht korrekt sein sein, aber es ist ganz sicherlich sachgerecht. Denn der Kunde wird, der ja nicht weiß dass das Verfahren läuft, sein Geld los ohne die zugesicherte Gegenleistung zu erhalten. Der Volksmund nennt so etwas, zu recht, Betrug.
 
Naja, von so einem Verfahren muss man ja erst einmal etwas mitbekommen (es hat wohl kaum einer die Insolvenzbekanntmachungen abonniert). Insofern ist's eben auch so krass, dass auf den Webseiten dann nicht einmal ein Hinweis erscheint.
Deswegen lobe ich mir dieses Forum hier. Hier ist nämlich (im Schnäppchenjäger-Faden) umgehend über den Insolvenzantrag informiert worden.
 
Es mag fachlich nicht korrekt sein sein, aber es ist ganz sicherlich sachgerecht. Denn der Kunde wird, der ja nicht weiß dass das Verfahren läuft, sein Geld los ohne die zugesicherte Gegenleistung zu erhalten. Der Volksmund nennt so etwas, zu recht, Betrug.

In meinen Augen werden hier relevante Sachverhaltselemente ausgeblendet (insbesondere (1) Kunde könnte sich informieren, (2) es gibt keine Hinweise, dass die Unfähigkeit zur Lieferung schon bei Vertragsschluss bekannt war, (3) es wird keine Einzelperson bereichert, sondern das Geld fließt in die Masse, mit der alle Gläubiger befriedigt werden, etc.)) und auf der Grundlage dann nur vom Ergebnis her ein Urteil getroffen (Das kann jawohl nicht sein! Zeter und Mordio! Holt die Fackeln und Mistforken. Kann man so machen, finde ich persönlich aber nicht sachgerecht - meine Meinung.
 
Naja, von so einem Verfahren muss man ja erst einmal etwas mitbekommen (es hat wohl kaum einer die Insolvenzbekanntmachungen abonniert). Insofern ist's eben auch so krass, dass auf den Webseiten dann nicht einmal ein Hinweis erscheint.
mh, du meinst also es müßte ganz groß und fett auf der webseite stehen

achtung spoileralrm, wir haben einen insolvenzantrag gestellt kauft aber zur hölle nochmal kräftig bei uns ein um uns zu retten

in welcher welt lebt ihr eigentlich.....kauf beim local dealer dann wirste "nicht beschissen" weil die ware auf der theke liegt. (ironie aus)
 
Ich hatte meine Bestellung 2 Tage vor insolvenz zurück geschickt. Wie es aussieht bekomme ich mein Geld auch nicht wieder. Die haben meine Schuhe wieder erhalten und können sie theoretisch noch mal verkaufen, da kommt man sich schon verarscht vor. Aber wie ich das sehe kann man wohl nichts machen?
 
Die Diskussion hatten wir bereits bei der Insolvenz fahrrad.de. Ich hab damals bis zum Ende (da wurden die Preise dann täglich gesenkt mit immer weniger Waren) auf Rechnung mit Klarna bezahlt. Das hat gut funktioniert. Ich hatte damit 30 Tage Zeit, die Teile auszuprobieren, bevor ich zahlte. Ansonsten nutze ich diesen (übergriffigen) Zahlungsanbieter aber nicht.
 
Ich hatte ja Bestellt da waren sie noch nicht insolvent und auch meine Rücksendung habe ich aufgegeben als es noch nicht bekannt war, sprich am 16.12.
Ist einfach Sau ärgerlich und wohl einfach Pech, ich hoffe auf PayPal
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich hatte ja Bestellt da waren sie noch nicht insolvent und auch meine Rücksendung habe ich aufgegeben als es noch nicht bekannt war, sprich am 16.12.
Ist einfach Sau ärgerlich und wohl einfach Pech, ich hoffe auf PayPal
So war es bei uns auch, die hatten ewig vor Bekanntmachung die Ware retour aber schlichtweg auf stur gestellt und uns auf allen Kanälen ignoriert, frei nach dem Motto irgendwann schreibt der Kunde die 500€ halt einfach in den Wind (weil wir alle Dukatenscheisser sind und die Welt bzw. Hi Bike retten wollen).

War sehr froh hier zu lesen was Phase ist und hab direkt meine Kohle zurück geholt via PP.
Seitdem bestelle ich Sachen zu solchen Beträgen egal wo nur noch via PP und es gibt keinerlei Vorkassen mehr von mir.

P.S.: bike24 bietet jetzt auch keine reguläre Rechnung mehr an, sondern nur noch das unsäglich ätzende Klarna. Dann halt PP. Aber das sind auch schon wieder so Vorboten...
 
So war es bei uns auch, die hatten ewig vor Bekanntmachung die Ware retour aber schlichtweg auf stur gestellt und uns auf allen Kanälen ignoriert, frei nach dem Motto irgendwann schreibt der Kunde die 500€ halt einfach in den Wind (weil wir alle Dukatenscheisser sind und die Welt bzw. Hi Bike retten wollen).

War sehr froh hier zu lesen was Phase ist und hab direkt meine Kohle zurück geholt via PP.
Seitdem bestelle ich Sachen zu solchen Beträgen egal wo nur noch via PP und es gibt keinerlei Vorkassen mehr von mir.

P.S.: bike24 bietet jetzt auch keine reguläre Rechnung mehr an, sondern nur noch das unsäglich ätzende Klarna. Dann halt PP. Aber das sind auch schon wieder so Vorboten...
Dann hoffe ich mal leise weiter...
 
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