Knochendichte, Gewicht, Periode und Co.: Wie gesund ist Leistungssport für Frauen?

Eine mögliche Lösung, um im Radsport übertriebene Gewichstreduktion des Körpers zu verhindern, wäre ein Mindestsystemgewicht: wer zu leicht ist, bekommt entsprechende Gewichte ans Rad montiert.
Ja, so wie im Hochsprung, beim Laufen oder beim Fußball. Wer kennt sie nicht, die untergewichtigen Athleten anderer Sportarten mit Bleigürtel.
 
Genauso gesund oder ungesund wie für Männer, oder nicht? Wenn ich es richtig verstanden habe, müsste RED-S Männer gleichermaßen betreffen (mit der Ausnahme, dass Männer keine Periode bekommen).

Dass Männer keine Periode haben, kann man so pauschal ja leider auch nicht mehr sagen.

Was dabei raus kommt, konnte man ja sehr eindrücklich bei den letzten Olympischen Spielen sehen und ist nochmal eine ganz andere Herausforderung, mit der sich der Frauensport auseinandersetzen darf.

Habe selber von 9-20 Jahren sehr viel Sport gemacht. Kein Radsport sondern Badminton.

Trainer hat früh gemerkt, dass da was geht und hat mich entsprechend gefördert.

Zwei mal die Woche 3-4 Stunden Training, 1 Turnier pro Monat, Trainerausbildung mit 16.

Natürlich hat es mir auch Spaß gemacht, aber mein sportlicher Ehrgeiz war irgendwann nicht mehr gesund.

Bänderrisse, Knie-, Schulter- und Ellenbogenprobleme.

Körper völlig ausgelaugt, Nährstoffmangel, vor allem Kalium.

Mit 19 standen wir im Doppel vor dem Sprung in die 1. Liga.

Da mein Tennisarm aber schon so schlimm war, dass ich morgens kaum noch mein Müsli alleine essen konnte, bin ich aus dem Sport ausgestiegen und hab’s nicht bereut.

Die gesundheitlichen Folgen durch den erhöhten Verschleiß merkt man erst viele Jahre später.

Die Entwicklung im MTB-Sport ist wirklich krass.

Und die Strecken müssen von Jahr zu Jahr auch immer krasser werden.

Klar ist das schön anzusehen, aber finds schon bedenklich.
 
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Wenn ich mir das, was Theresia schreibt, durch den Kopf gehen lasse, fällt mir ein, daß wohl auch der unterschiedliche (durchschnittliche, typische) Körperfettanteil zwischen Männern und Frauen nicht berücksichtigt wird, und die Formel Watt pro Kilogramm kann ja mit einem höheren Körperfettanteil (also dem bei Frauen durchschnittlich höheren) nicht bei Frauen und Männern identisch gelten.

Außerdem sind solche Parameter mit Sicherheit auch in jedem Fall von Individuum zu Individuum unterschiedlich, egal welchen Geschlechts. - Formelartig auf jede und jeden angewandt, kann doch eigentlich - getreu der Erkenntnis aus der IT: Shit in, shit out - nur Unsinn dabei heraus kommen.

- Oder anders gesagt: man sucht nach den idealen Athleten, indem man Sportlerinnen und Sportler nach gewissen Vorgaben zu formen versucht, fragt aber nicht danach, ob genau dieser Mensch nicht mit anderen Vorgaben erst seine individuelle maximale Leistung bringen könnte.

Gedanke noch dazu: gibt es nicht auch Sportarten, wo man das mit den Watt pro Kilogramm ganz anders sieht? - Ich denke da an Gewichtheben und Ringen, also die typischen Kraftsportarten. - Kann doch eigentlich gar nicht funktionieren, oder? 🤔
 
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Gleichzeitig hoffe ich, dass die Kameras Athletinnen wie Keller (61kg), Koller (61-63kg), Richards (59kg) etc. halbwegs korrekt wiedergeben. Offen gestanden liefern die drei o.g. teilweise so stark ab, dass ich glauben möchte dass im Weltcup auch mit über 60kg Topresultate möglich sind.

Leider passt das mit der Abbildung durch die Kameras nicht...bzw die verzerren sehr viel.
Bin vor ein paar Jahren beim Worldcup in Albstadt regelrecht erschrocken...die Unterschiede zum TV-Bild waren "beeindruckend". Wir hatten mehrmals den Gedanken "Mädel wir kaufen dir was zum essen, sonst schaffst du den Winter nicht."
 
Bei dem Beitrag habe ich gerade kurz die Luft angehalten und mich gefragt "meint er das wirklich ernst" - ich denke ich habe es nur in den falschen Hals bekommen...

Mein beitrag war schon ernst gemeint.
Bei Rennen kann nun mal nicht jede(r) gewinnen - es muss auch Leute im Mittelfeld geben und jede(r) darf auch mal reihum "schlechte Beine" oder schlicht Pech haben und Letzte(r) werden. Und selbst wenn jemand ohne andere zu behindern dauernd hinten ist - wenn es ihr/ihm Spaß macht - warum muss das in Frage gestellt werden?

Wo hab ich platzierungen in frage gestellt? Was ich in frage stelle sind DNS in verbindung mit den emotionalen Erklärungen auf insta.
Aber gutes thema mit den platzierungen. Frag dich mal warum im xc top 30 bei mtb news weder erwähnt noch gewürdigt, im enduro aber gefeiert werden?Schau dir die hämischen kommentare zu schwarzbauers olympia einsatz an. Liegts an den fans und deren Ansprüchen?

Und ja, Zweifel und Stress gehören auch dazu. Das macht einen echten Leistungssportler eben mental auch stärker (wenn es im richtigen Maße ist und auch Erholung gibt).
Und zahlreiche fälle bei denen der modus rennen die mentale und körperliche gesundheit schwächt. Ich spar mir Beispiele.
Bzw zahlreiche Beiträge von theresia erzählen davon.

Es kennt jeder die Trainingsweltmeister und Strava-Kings, die alles und jeden mit ihren Leistungswerten vollquastschen aber zu echten Rennen dann keinen Mumm haben. Für die mag der echte Leistungssport dann auch befremdlich wirken.

Das bin ich. Ich trainier gern und strava macht mir spass. Den profis ebenfalls was ich so beobachte. Und ehrlich, ich quatsch super gerne über das alles. Das nennt man faszination und motivation.
Ich hab die Erfahrung gemacht das racer da nicht so gern plaudern. Also zumindest die zweite und dritte riege, die mich interessieren würde. Leistungsdaten und trainingsmethoden sind da oft ein geheimnis. Kochrezepte nicht.
Während du von den stars und den guten fahrern quasi alles geteilt bekommst. Bestes beispiel schwarzbauer 🙋. Teilt fast jedes training mit wattwerten und haut sich in den stravaanstieg um seine 2017er zeit zu unterbieten.

Philosophisch betrachtet ist sowieso jede(r) Sieger(in), der sich auf eine Weltcup-Strecke (oder die diesjährige Youth-EM-Strecke - Videos sind online zu finden...) traut und diese mit 215er Puls (ja, bei den jungen Mädels ist das so) und im strömenden Regen (war bei der Jugend-EM so) fährt.
Hab ich nie in frage gestellt. Aber wenn du diese Freude am racen in keinem beitrag übers jahr verteilt erkennst und soviel zweifel und negatives geteilt wird, darf man doch die frage stellen nach dem warum.

Du bist doch gefühlt im Dauerbootcamp!
Jetzt fahr endlich mal Rennen 💪
https://www.ardmediathek.de/video/b...lU2xvdC80NDEzMjQ4OTE4MTNfRjIwMjRXTzAwNjI5NEEw

Noch eine Anekdote dazu, mein freund war deutscher meister im hürdenlauf. Eigentlich vize, aber der erste wurde überführt nachträglich.
Er hat mich nach einem mtb gefragt. Ich hab ihm ein dc oder leichtes enduro empfohlen. Er meinte, nene, ich will auf gar keinen fall sport machen, full power ebike und turbo only bitte. Ich frag why??? Du warst doch so krass beinander.. antwort, er wollte einfach nur der beste sein. Das war sein antrieb. Wo und mit was, uninteressant. Das war die Motivation. Das es der sport war, zufall.
Ist auch meine Beobachtung im bekanntenkreis. Ich kenne keinen der damals erfolgreich war, der noch ein normales Verhältnis zu dem sport hat. Fahre mit einem mehrfachem bayrischen zeitfahrmeister rennrad. Während bei mir radfahren seit Jahrzehnten der ausschließlich positive lebensinhalt ist, ist es für ihn eine für mich erschreckend minimale nebensache. Etwa wie minigolf zweimal im jahr mit den kindern. Was ja völlig ok ist aber für mich nicht vorstellbar.
Freund ist mtb influenzer und nimmt kein rad mit inden urlaub. 100% buisness. Ich glaube zuviel erfolg oder Professionalität tötet das hobby. Wer will das?
 
Der Begriff "Tabuthema" wird für mein Empfinden in der Artikelreihe ein wenig inflationär verwendet.
Dann fehlt mir noch eine Abschließende Antwort, auf die selbst gestellte Frage:
"Wie gesund ist Leistungspirt für Frauen?"

Ich würde unabhängig vom Geschlecht behaupten, dass Leistungssport anfängt, wo Gesundheit aufhört.
Ansonsten aber interessante Einblicke in Trainingswissenschaft.

Gruß xyzHero
 
Klar ist das schön anzusehen, aber finds schon bedenklich.
Aber gerade zum Spitzensport wird keiner gezwungen. Ich habe durch den Sport auch kaputte Handgelenke, seit kurzem auch Probleme am linken Knie (vermutlich erhöhter Verschleiß am Knorpel durchs Bergsteigen bzw. durchs Absteigen) und bin weit weg vom Spritzensport.
Die rufe danach, einen Sport zu kastrieren, kann ich jedoch nicht im geringsten nachvollziehen. Spitzensport definiert sich dadurch, dass Menschen an ihre Grenzen kommen oder überschreiten. Wenn das wegfällt, wird auch das Interesse in der Bevölkerung am Spitzensport nachlassen. Allen anderen bleibt das hobbymäßige Ausüben des Sports.
 
Mir war REDS bewusst, aber ich kannte weder die neue noch die alte Bezeichnung.
Nachdem ich jetzt ein paar rennen und ergebnisse verfolgt habe und auf instagram die sehr emotionalen umschreibungen und zahlreichen begründungen dazu, frag ich mich: warum tut man sich das an?
Man sucht es sich nicht immer aus.
Meine Große wurde wegen Knieproblemen zum einzig verbleibenen Sport verdonnert.
Wettkampf war nie ein Ziel und wurde von meiner Frau auch abgelehnt, weil sie im Gegensatz zu mir damit keine eigene Erfahrung hat.
Aber der Schwimmlehrer war eben auch Trainer in einem Wettkampforientierten Verein und hat sie rübergezogen. Das Niveau geht bis Jugend DM. Das war nie der Plan.
Die erste Teilnahme auf den Badischen wurde voll abgefeiert.
Meine Kleine ist dann gar nichtmal so freiwillig gefolgt. Hätte eigentlich eher mein Talent für Leichtathletik.
Auch hier war eine DJM nie das wirkliche Ziel und die erste Badische Medaille schien die Krönung.
Doch es ging weiter und 6x Training/ Woche und DJM sind wir definitiv im Leistungssport angekommen.
Wenn sie jetzt noch mahr als Qualifikation DJM wöölte müsste sie den Verein wechseln, weil wir aktuell die Möglichkeiten ausgeschöpft haben.
Ich hoffe, sie will das nicht. Es ist auch so schon anstrengend genug für die Familie
Du bist gertenschlank und giltst als "schwer"?
Ich finde den Ansatz ehrlich gesagt falsch, zu sagen "Na, dann bin ich halt zu schwer, ich akzeptiere den Makel der Gesundheit willen". Damit gibt man ja dem schrägen Weltbild direkt recht.
Ich bin extrem dankbar, dass Gewicht im Schwimmsport absolut nicht die Relevanz hat. Zumindest national.
Wenn du Wettkampfsport machst, wirst du immer versuchen zu optimieren, was du in der Hand hast. Und bei vielen Sportarten ist Gewicht eines davon. Bis zu dem (verstecken) Punkt, wo es sich dann wieder negativ auswirkt.

@TheresiaSchwenk
Danke für ein neues interessantes Thema (für Väter von Wettkampf-Mädels). Das Zyklus-Thema hatte ich schon geteasert. Es schien aber kein Bedarf da zu sein.
 
Aber gerade zum Spitzensport wird keiner gezwungen. Ich habe durch den Sport auch kaputte Handgelenke, seit kurzem auch Probleme am linken Knie (vermutlich erhöhter Verschleiß am Knorpel durchs Bergsteigen bzw. durchs Absteigen) und bin weit weg vom Spritzensport.
Die rufe danach, einen Sport zu kastrieren, kann ich jedoch nicht im geringsten nachvollziehen. Spitzensport definiert sich dadurch, dass Menschen an ihre Grenzen kommen oder überschreiten. Wenn das wegfällt, wird auch das Interesse in der Bevölkerung am Spitzensport nachlassen. Allen anderen bleibt das hobbymäßige Ausüben des Sports.
Sicher, aber man sollte doch wenigsten die Kinder oder Jugendlichen vor späteren Schäden bewahren.
 
Aber gerade zum Spitzensport wird keiner gezwungen. Ich habe durch den Sport auch kaputte Handgelenke, seit kurzem auch Probleme am linken Knie (vermutlich erhöhter Verschleiß am Knorpel durchs Bergsteigen bzw. durchs Absteigen) und bin weit weg vom Spritzensport.
Die rufe danach, einen Sport zu kastrieren, kann ich jedoch nicht im geringsten nachvollziehen. Spitzensport definiert sich dadurch, dass Menschen an ihre Grenzen kommen oder überschreiten. Wenn das wegfällt, wird auch das Interesse in der Bevölkerung am Spitzensport nachlassen. Allen anderen bleibt das hobbymäßige Ausüben des Sports.
Direkt gezwungen wird natürlich keiner.

Aber gerade bei den Profis, die ja ihren Lebensunterhalt mit dem Sport verdienen, stell ich es mir schwierig vor.

Die Strecken werden immer gefährlicher, die Sprünge immer weiter. Klar, die Fahrwerke geben viel mehr her als früher, aber das Risiko für schwere Verletzungen steigt ja auch.

Wenn man da als Pro nicht mitzieht, ist man doch schnell weg vom Fenster, oder?

Aus meiner eigenen Sportzeit kann ich sagen, ich wäre froh gewesen, hätte ich einen Trainer gehabt, der mich auch mal in meinem Ehrgeiz gebremst hätte.

Da kamen aber nur Sprüche wie „the time is now“ oder „man muss das Eisen schmieden solange es heiß ist“ usw.
 
Die meisten können nicht mal ansatzweise ihren Lebensunterhalt aus dem Sport finanzieren.
Der Aufwand ist für alle ca. gleich groß. Kassiert wird aber nur von den Top 10, wenn überhaupt.

Am Leistungssport gibt's überhaupt nichts zu romantisieren und schon gar nicht am Spitzensport.
Jeder von uns weiß recht genau, wie das Trainingspensum aussieht. Wer würd's freiwillig auf sich nehmen?
 
Die meisten können nicht mal ansatzweise ihren Lebensunterhalt aus dem Sport finanzieren.
Der Aufwand ist für alle ca. gleich groß. Kassiert wird aber nur von den Top 10, wenn überhaupt.

Am Leistungssport gibt's überhaupt nichts zu romantisieren und schon gar nicht am Spitzensport.
Jeder von uns weiß recht genau, wie das Trainingspensum aussieht. Wer würd's freiwillig auf sich nehmen?
Bin irritiert. Du schreibst oben das sich nur ganz wenige "aus dem Sport finanzieren" können. Gleichzeitig fragst du "wer würd's freiwillig auf sich nehmen?". Unter der Annahme, dass die Sportler nicht gezwungen werden: vielleicht doch weil es ihnen Spaß macht?
 
Danke für den interessanten Artikel! Für mich als männlichem Hungerhaken (größer und leichter) jetzt also noch was, wo ich zumindest im Auge behalten sollte. 😅
 
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