Ich habe den Velocompact mit 3 Schienen + Erweiterung.
Das Setup mit dem
VeloCompact haben wir auch, wobei die Verteilung der Bikes etwas anders ist. Bei uns kommt eine Kombi aus zwei 27.5 MTBs, einem 26" Dirtbike, drei verschiedenen 20" Bikes und selten noch ein 18" BMX drauf.
Häufigstes Setup mit voller Beladung sind aber die beiden 27.5-er Fullys und zwei 20" Fullys.
Bike-Tetris pur.
Ohne Lenker zu drehen eigentlich fast unmöglich. Dropper ist auch so ein Pflichtding fast.
Ja, da kommt man schnell ans Puzzeln. Aber tatsächlich habe ich noch nie einen Lenker zum Transport gedreht.
Eine Beobachtung: Bei euch sitzt das 27.5-er Bike zwischen den zwei größeren, wenn ich das richtig sehe. Laut Thule wird empfohlen die Bikes von groß/schwer nach klein/leicht anzuordnen. Ich könnte mir vorstellen, dass dann die beiden großen Bikes auch besser nebeneinander passen, weil die Lenker so nicht auf der gleichen Seite wären? Ansonsten setze ich insbesondere die kleineren Bikes oft nicht
100% zentral auf den Träger, sondern leicht versetzt nach links oder rechts (ein paar cm helfen da oft schon), um Kolissionen mit den übrigen Bikes zu vermeiden.
Um das Tetris zu entschärfen habe ich für das dritte Bike übrigens einen
zusätzlichen Haltearm angeschafft, wie er auch bei der
Erweiterungsschiene zum Einsatz kommt. Die ersten beiden Bikes funktionieren bei mir in der Regel noch recht einfach, ab dem Dritten wird es dann spannend noch die passende Lücke zu finden. Wenn das nicht auf anhieb ohne viel Gepuzzel passt, dann nehme ich eben den anderen Arm und befestige Bike Nr. 3 direkt an Bike Nr. 2.
Gabelmaterialabrieb von scheuernden Kabelzughüller am Bike meiner Frau
Und Schnellspanner-Kontakt an Kettenstrebe bei mir von einem der Kinderbikes.
Der geringe Abstand der Schienen zueinander sorgt in der Tat eigentlich fast immer dafür, dass die Bikes sich irgendwo berühren. Anfangs hatte ich einfach Lappen zwischen die Kontaktflächen geklemmt, mittlerweile polstere ich das mit
Rohrisolierung aus, die ich per
Klettbändern an Gabel und Kettenstrebe befestige, wo das relevant ist.
Ist natürlich ein zusätzlicher Schritt, den man sich bei Trägern mit mehr Abstand der Schienen sparen kann.
So wertig, wie das Teil ist, nochmal würde ich das so nicht kaufen wollen.
Ich komme gut mit dem Thule klar und werde ihn weiter nutzen. Meine "Workarounds" funktionieren für mich soweit ganz gut, aber ja: Das Beladen könnte komfortabler und mit weniger Aufwand verbunden sein.
Insofern bin ich bei Dir, dass ich heute auch noch mal auf andere Dinge achten würde wenn ich einen neuen Träger kaufen wollte/müsste.
Ein größerer Schienenabstand würde vieles einfacher machen, kommt aber auch mit Nachteilen (siehe unten). Abklappbar muss der Träger auf jeden Fall sein. Faltbar war mir damals gar nicht wichtig, fände ich heute aber tatsächlich auch nicht verkehrt. Zumal ich letzthin im Bikepark gesehen habe wie jemand mit zwei Handgriffen erst eine Seite des Trägers eingeklappt hat, dann den Träger abgeklappt hat und so trotz montiertem Träger sehr komfortabel an den Kofferraum kam.
Wenn ich heute auf der Suche wäre, dann würde ich mir die
Uebler noch mal näher anschauen.
(Auch wenn die ähnlich eng bauen wie der VeloCompact.) Vier Bikes und großzügiger Schienenabstand sind aber generell eine schwierige Kombi.
Der Schienenabstand ist einfach von Vorgestern.
Dabei gilt es aber zu bedenken, dass bei größerem Schienenabstand die zulässige Stützlast bei gleicher Nutzlast höher sein muss, da dann ein größerer Hebel wirkt. Während der VeloCompact mit 80 kg Stützlast bis zu 60 kg Nutzlast verträgt sind es beim Epos z. B. für die gleiche Nutzlast schon 90 kg vorausgesetzter zulässiger Stützlast (siehe auch
hier). Und der Epos kann ja nur drei Bikes, keine vier. (Deswegen
glaube ich persönlich auch nicht, dass es irgendwann eine Erweiterungsschiene für den Epos geben wird.)
Hinzu kommt, dass bei manchen Fahrzeugherstellern die im Kfz-Schein eingetragene Stützlast
nicht unbedingt 1:1 für AHK-Fahrradträger gilt. In der Betriebsanleitung kann die Stützlast spezifisch für Fahrradträger zusätzlich beschränkt, die Ladelänge begrenzt oder eine Stützlast in Relation zum Abstand von der AHK angegeben sein.
Insofern ist es für viele Anwendungsfälle und Fahrzeuge ohnehin fraglich,
ob vier Bikes auf der AHK überhaupt aufgehen/zulässig sind und man muss vielleicht über Alternativen (Anhänger? Kombi von Heck/Dach/Innenraum?) nachdenken. Wie
an andere Stelle schon geschrieben hat z. B. unser Familien-Van nur 75 kg zulässige Stützlast und verträgt bei vier Bikes auf dem
VeloCompact laut Anleitung damit max. 53,2 kg Nutzlast - macht 13,3 kg pro Bike. Da wäre man mit vier ausgewachsenen "Normalo" Fullys schon schnell drüber. Bei uns geht das nur auf, weil die Bikes Nr. 3 und 4 sich (bisher) im Bereich um 10 bis 11 kg bewegen (
Kids-Bikes bzw.
Dirtbike). Über E-Bikes oder Downhill-Hobel spreche ich da gar nicht.
Und selbst wenn man eine höhere Stützlast (90kg+) annimmt, dann liegen alle Träger die ich bisher gesehen habe bei maximal 60 kg Nutzlast, spricht: 15 kg pro Bike. Auch da wird's mit dem E-Bike eng...
Generell ist das Thema Heckträger für vier Bikes leider gar nicht mal so einfach...
Und vor dem Hintergrund halte ich den VeloCompact - auch mit Blick auf den Preis von
< 600,- EUR für drei Bikes oder ~730,- EUR inkl.
Erweiterung - durchaus noch für eine gute Wahl.
Dabei mag ich es auch, dass ich den Dreierträger einzeln nutzen kann und nur bei Bedarf mit wenigen Handgriffen die vierte Schiene anstecke.