Hallo alle Brückenbauer,
MOSFETs als nahezu ideale Dioden zu verwenden, ist nicht besonders neu. Dieses Prinzip wird z.B. vorteilhaft als Verpolungsschutz und bei Halbwellen-Gleichrichtern in DC/DC-Wandlern eingesetzt.
Bei Vollbrücken-Gleichrichtung klappt das mit dem gemachten einfachen Vorschlag* aber nur, wenn auf der gleichgerichteten Seite (hier bei den LEDs)
kein Kondensator angeschlossen ist, also weder Goldcap, noch Supercap, Boostcap, Ultracap oder wie sie alle heißen, und natürlich auch kein normaler Elko!
Der Grund dafür ist, dass die MOSFETs wegen der Kondensatorspannung dann während der negativen Halbwelle nicht mehr gesperrt sind und die angeschlossenen Kondensatoren wieder teilweise entladen bzw. nie richtig aufgeladen werden (abhängig von den verwendeten MOSFETs).
Also:
Den gemachten MOSFET-Brücken-Vorschlag nur allein mit LEDs und ohne Kondensatoren verwenden.
Eine andere Tücke wurde ja bereits mehrfach angesprochen, nämlich dass bei diesem Vorschlag möglichst MOSFETs mit ±20V Gate-Source-Spannung verwendet werden. Selbst diese sind gefährdet, wenn bei den nichtspannungsbegrenzten Dynamos (SON, FER2002,
Shimano *, kastrierter AXA etc.) keine LEDs angeschlossen sind, denn die Leerlaufspannung (der Spitzenwert, nicht nur der Effektivwert) ist mit Sicherheit größer als 20V - vor allem ohne Kondensator oder andere Last!
Natürlich muss auch die zulässige Drain-Source-Spannung ausreichend hoch sein. Bei intakten LEDs ist das mindestens die Gesamt-LED-Spannung. Ohne Last droht auch hier schnell Gefahr! Für solche (und andere) Situationen habe ich als Schutzschaltung meine
Aktiv-Dummy-LEDs vorgeschlagen.
Dass man an diese und andere Brückenschaltungen (z.B. mit Schottky-Dioden)
keine 1W-Luxeon-LEDs anschließen kann, ist selbstverständlich: Der deutlich zu große Strom würde die kleinen Luxeons relativ schnell abschießen (Bonddrähte schmoren durch).
Genau aus diesem Grund habe ich bereits vor mehr als einem Jahr für die 1W-Luxeons den Spannungsverdoppler- sprich Stromhalbierer-Vorschlag in meinen
Dynamo-LED-Treibern veröffentlicht, der als netten Nebeneffekt ein schnelleres Ansprechen der LEDs bei kleinen Geschwindigkeiten bringt.
Des weiteren möchte ich zu bedenken geben, dass bei einer Brückenschaltung ohne Siebung (was bei der MOSFET-Brückenschaltung ja zwingend wäre) grundsätzlich die
LED-Stromwelligkeit sehr hoch ist (bei einer Anti-Parallelschaltung von 2 LEDs ganz ohne Gleichrichter übrigens noch höher). Das ist für die Lebensdauer der Luxeon-LEDs alles andere als förderlich. Aber wer radelt schon so viele Stunden bei Nacht und bemerkt dabei das Nachlassen der LED-Helligkeit ...
Eberhard
LEDs am Dynamo
*PS: Der Vollständigkeit halber sollte ich erwähnen, dass eine
MOSFET-Brücke mit Kondensator-Siebung technisch durchaus machbar ist, allerdings mit etwas mehr Aufwand.