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Trek Remedy 29 Test
das Profibike von Justin Leov

Trek Remedy 29 Test: Justin Leov hatte beim Stopp der EWS in Whistler einen Mix aus Hochs und Tiefs: Trotz seinem aphthösen Fieber brachte er es noch auf Platz 6. Noch vor einigen Jahren fuhr er aktiv im Downhill-World Cup mit und war schon immer bekannt für sein gutes Gefühl für Fahrwerke. Fox arbeitet seit Jahren sehr eng mit ihm im RAD Programm zusammen und so war es nicht verwunderlich, dass gerade sein Trek Remedy 29 einiges an Überraschungen zu bieten hatte.

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Der Ablauf für den Fox-Race-Support und die Fox-Athleten ist so ziemlich für jedes Rennen gleich: Zusammen tastet man sich gemeinsam an ein passendes Setup der Federelemente heran, welches in Summe für alle Stages einer Station der EWS den besten Kompromiss bietet. Teilweise wird hierfür sogar eine Garmin-Helmkamera verwendet, die Herzfrequenz, Geschwindigkeit und Gefälle mit im Video zur späteren Analyse einbindet.

# Seriennah und doch überhaupt nicht - Justin Leovs Remedy verfügte über eine Custom Umlenkwippe und keinen Trek typischen DRCV Dämpfer.
# Für alle Fälle gerüstet - Wenn es doch mal eine Pfütze geben sollte, wird über den Marsh Guard eine freie Sicht gewährleistet.
# Spezialanfertigung - An Justins Bike ist kein Trek-gängiges DRCV am Dämpfer zu finden.
# Fels und Wurzeln ohne Ende

Trek Remedy 29 – das Bike

Carbonrahmen bieten zumeist nur bedingt die Möglichkeit, Anpassungen für persönliche Vorlieben der Geometrie für die Pro-Fahrer vorzunehmen. So ist Justin auf einem annähernd seriengleichen Trek Remedy 9.8 mit 29″ Laufrädern unterwegs. Annähernd insofern, als dass eine speziell für ihn angefertigte Umlenkwippe ermöglicht, anders als der DRCV im Serienbike, einen eher regulären Dämpfer zu nutzen. Die Gabel war laut Fox ein kompletter Prototyp mit speziellem Valving.

# Powermeter - Datenerfassung an der Kurbel
# 10-fach reicht - Mit ordentlich Druck in den Beinen lässt sich so ziemlich jede Übersetzung treten.
# 34 für die EWS in Whistler ist definitiv sportlich - 1x10 mit 34 an der front und 36 am Heck reicht Justin selbst für 2400 Höhenmeter ohne Probleme. Meine Beine beginnen bei der Vorstellung bereits zu zittern.

Geometriehauptmerkmale

# Ein Custom-Dämpfer mit speziell gefräster Umlenkwippe machen das Remedy sehr speziell.
# Viele Kleinigkeiten sind an den Bikes zu entdecken.
# Trödeln ist nicht drin - Die Startzeiten der EWS sind knackig gesetzt. Zeit für Platten oder eine entspannte Auffahrt gibt es nicht.
# Wide open - Motivation an der Lenkzentrale

Fahrwerksetup

# Setupinformationen - Auf diesen Notizen werden alle Änderungen vermerkt.
# Gabeleinstellung Fox 36
# Dämpfereinstellungen

Fahreindruck – Trek Remedy 29

Die Betonung von Fox bezüglich der ausbalancierten Fahrwerke von Justin kam nicht von ungefähr: Dieses Rad fühlte sich beim ersten Aufsitzen unglaublich ausgewogen abgestimmt an. Das Fahrergewicht von Justin und mir lag sehr nah beieinander, was mir beim Test dieses Bikes sehr zu Gute kam.

Zirka 10cm mehr Körpergröße auf meiner Seite hatte allerdings zur Folge, dass ich in meiner gewohnten Fahrposition mit meinem Schwerpunkt die Gabel etwas mehr belastete und somit die Geometrie ungünstig beeinflusste. Als ich meinen Schwerpunkt bewusst etwas nach hinten verlagerte, passte die Einstellung wunderbar (dennoch würde ich auch hier zu einer größeren Rahmengröße greifen). Das Bike war ausbalanciert und extrem leicht, auch die 29″-Laufräder fühlten sich in keinster Weise träge an und folgten sehr willig jedem Input, den ich ihnen gab.

An Front und Heck fuhr Justin einen regulären Sag von zirka 25% – ohne eine asymmetrische Abstimmung wie zum Beispiel François Bailly-Maître zu nutzen, um sein Bike an die sehr steilen Passagen anzupassen. Egal ob ich das Bike bergauf oder bergab fuhr, nie hatte ich das Gefühl, zu weit hinten oder zu weit vorne positioniert zu sein.

# Welche Wurzelpassage? - Das Remedy flog schier über den Trail. Gewicht und Abstimmung sorgten für ein extrem leichtes Handling.

Die Verbindung aus dem sehr vorhersehbar abgestimmten Fahrwerk, dem niedrigen Komplettgewicht des Bikes, den 29 Zoll-Laufrädern und den extrem griffigen Bontrager Prototyp-Reifen vermittelten mir, von allen getesteten Bikes, die meiste Sicherheit. Die Linienwahl erfolgte völlig mühelos und die großen Laufräder ebneten auch die ruppigsten Passagen. Schon nach wenigen Metern war es mir möglich, stark an der Geschwindigkeitsschraube zu drehen und selbst kleinste Wurzeln als Absprung zu nutzen und auf kreativste Art und Weise mit dem Gelände zu spielen. Ich hatte kaum ein Fahr- als vielmehr ein Fluggefühl – bedingt durch den von mir gewählten geringen Bodenkontakt…

# Blick nach vorne - Ein Setup das Vertrauen schafft hilft, sich mehr und mehr auf den Trail zu konzentrieren.

Eine Zeitmessung via Freelap hätte mich am meisten zwischen dem Trek und dem Yeti interessiert, da nur die Uhr zeigen kann, mit welchem Rad man letztendlich schneller unterwegs war. Das Trek bestach durch eine unglaubliche Laufruhe und sicherste Linienführung selbst auf langen Abfahrten. Fahrfehler wurden gerne verziehen ohne dabei zu soft zu sein, was als Eigenschaft eines Bikes bei den langen Stages der EWS nicht außer acht gelassen werden sollte.

# Minikante? - Schier an jeder Kante wollte das Remedy in die Luft befördert werden.

Fazit – Trek Remedy 29 Test

Von allen Setups, die ich im Laufe dieses Tests ausprobieren durfte, fühlte ich mich auf Justin Leovs Trek Remedy 29 am wohlsten. Jareds Yeti bot zwar einen Ticken mehr Spritzigkeit, war aber rein vom Kraftaufwand anstrengender zu fahren. Das Trek Remedy 29 bot durch seine ausgewogene Abstimmung und Geometrie, die extrem griffigen Reifen und das Zusammenspiel aller Komponenten ein Rad, auf dem ich ohne Anstrengung den ganzen Tag über schnell im Wald unterwegs sein könnte.

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