Die Dimensionen der Anlage sind ziemlich beeindruckend - Auf zwei Stockwerken werden tausende Teile bearbeitet
Ebenerdiger Wareneingang und -Ausgang - Die Dimensionen machen klar, was für ein Durchsatz bei diesem Betrieb möglich ist. Im Zweischicht-Betrieb werden Teile eloxiert.
Wareneingang - Lüftungsabdeckungen warten darauf, eloxiert zu werden. Der Betrieb hat sich auf Eloxal spezialisiert, was für Bauteile er behandelt, spielt dabei nur eine kleine Rolle.
Die Rohteile kommen teilweise direkt vom Fräser - und sind dann noch mit Schmiermitteln versehen
Es beeindruckt, durch wie viele Hände selbst Kleinteile gehen - bevor wir sie uns ans Rad schrauben
Vorbereitung für den eigentlichen Prozess - Die Alu-Teile werden auf Rahmen aufgebracht
Die dauerhaft elastischen Aufnahmen der Rahmen können etwa 3 Jahre lang verwendet werden
Welches Material kommt für die Halterung der Alu-Teile in Frage? - Die Anforderungen an Temperatur und Chemikalienbeständigkeit erlauben die Antwort: Titan.
Geniale Konstruktion - Die Rahmen eignen sich für verschiedenste Teile und werden wiederum an Trägern aufgehängt. Diese Träger werden dann automatisch durch die Tauchbecken gefahren.
Prozessteuerung - Hier werden die Parameter eingestellt und überwacht
Der Prozess besteht im Wesentlichen aus vier Schritten - Reinigen, Anodisieren, Färben, Versiegeln und Reinigen
Chemisch werden die Teile entfettet - bevor es in Richtung Oberflächenbehandlung geht. Zum Zeitpunkt unseres Besuchs waren drei Farbbäder gefüllt: Schwarz, Rot und Blau. Prinzipiell ist aber fast jeder Farbton möglich, außer weiß.
Das Ende des Eloxal-Prozess - die Rahmen werden versiegelt und gereinigt
Die heißen Bäder dampfen mächtig - dank offenen Wandteilen ist die Luft aber okay.
1,5h dauert der gesamte Prozess - Man beachte die Armlinge dieses Mitarbeiters.
Durch unterschiedliche Oberflächenbehandlung vor dem Eloxieren sind schicke Effekte möglich - Es ist inzwischen auch Zweifarb-Eloxal möglich. Dafür wird der Rahmen nach der ersten Farbe (hell, meist farblos) maskiert und dann farbig eloxiert.
Eloxierte Nabenkörper - dank vorheriger Politur glänzen sie auch nach der Anodisierung
Eloxierte und gefärbte Teile warten auf die Wärmebehandlung
Nach dem Anodisieren verbringen die Teile einige Zeit im Ofen - Bei 110°C
Reinigung - Letzte Rückstände werden beispielsweise aus Gewindegängen ausgeblasen
Das Bestücken der Rahmen dauert etwa eine halbe Stunde, das Leeren wenige Minuten
Fertig - jetzt müssen die Einzelteile "nur" noch abgenommen, kontrolliert und neu verpackt werden
Wenn etwa an der Aufnahme des Teils kleine Stellen nicht perfekt gefärbt worden sind, wird hier nachgeschwärzt
Fertig verpackt gehen diese Teile in Richtung Warenausgang
ISO 9001 - Den Rest habe ich nicht verstanden.
Dank drehbarer Aufspannung können symmetrische Teile rundum beschriftet werden
Made in Taiwan? - Sämtliche Linsen stammen aus Deutschland
Für diese Sattelstütze braucht der Laser wenige Sekunden - Siehe Video
Stefanus Bosch - 3D-Druck-Experte, Abenteurer und ICB-Gründer. Seit 2002 auf dem Mountainbike unterwegs, 2012 vom MTB Rider als Testinator tituliert, 2024 immer noch dabei.
Teil 3 unserer „Made in Taiwan“ Reise führt uns zu einem Betrieb, der sich auf das Eloxieren und Lasergravieren von Aluminium-Komponenten spezialisiert hat. Neben Bike-Komponenten werden hier auch zahlreiche Automotive-Komponenten bearbeitet, und alle haben eines gemeinsam: Vorher sind sie nacktes Alu, hinterher Objekte der Begierde.
#Die Dimensionen der Anlage sind ziemlich beeindruckend - Auf zwei Stockwerken werden tausende Teile bearbeitet
Es ist schon verrückt: Alu-Teile sind roh zwar sehr nett, aber irgendwie nackt und alle gleich: Keine Marken, kein Image, keine Assoziationen. Wenn die Teile aber diesen Eloxal- und Laser-Betrieb verlassen, haben sie eine Identität: Firmennamen, Farben und Slogans rufen dann bei uns alles mögliche hervor, in den meisten Fällen aber einen starken „Haben-Will-Effekt“. Die Wertschöpfung, die durch Formen, Farben und Namen entsteht, wird hier sehr deutlich.
Impressionen-Video
Während der Leiter des Unternehmens leider nur bruchstückhaft englisch sprach, haben wir dennoch den beeindruckenden Prozess (insbesondere der Laser ist… einfach Laser!) in einigen kleinen Sequenzen aufgenommen. Inklusive originaler Geräuschkulisse.
Eloxal ist seit vielen Jahren für Komponenten üblich. Rahmen erfordern aber deutlich größere Anlagen, und die Schweißnähte besondere Aufmerksamkeit. Auch bei den Legierungen der verschiedenen Rohre muss aufgepasst werden – sie beeinflussen den Farbton teils erheblich. Ebenfalls nicht zu verachten: Beim Hydroforming kann sich die Struktur verändern und die Oberfläche verändert werden – das führt dann ebenfalls zu Farbänderungen. Insgesamt also ein anspruchsvoller Prozess – wer ihn beherrscht, findet viele Kunden. Davon überzeugte uns auch unser Betrieb in Taiwan. Er eloxiert für zahllose Komponenten- und Rahmenhersteller in der Bike-Industrie, aber auch für Motorrad-, Auto- und Anlagenbau.
#Ebenerdiger Wareneingang und -Ausgang - Die Dimensionen machen klar, was für ein Durchsatz bei diesem Betrieb möglich ist. Im Zweischicht-Betrieb werden Teile eloxiert.
#Wareneingang - Lüftungsabdeckungen warten darauf, eloxiert zu werden. Der Betrieb hat sich auf Eloxal spezialisiert, was für Bauteile er behandelt, spielt dabei nur eine kleine Rolle.
#Die Rohteile kommen teilweise direkt vom Fräser - und sind dann noch mit Schmiermitteln versehen
#Es beeindruckt, durch wie viele Hände selbst Kleinteile gehen - bevor wir sie uns ans Rad schrauben
#Vorbereitung für den eigentlichen Prozess - Die Alu-Teile werden auf Rahmen aufgebracht
#Die dauerhaft elastischen Aufnahmen der Rahmen können etwa 3 Jahre lang verwendet werden
#Welches Material kommt für die Halterung der Alu-Teile in Frage? - Die Anforderungen an Temperatur und Chemikalienbeständigkeit erlauben die Antwort: Titan.
#Geniale Konstruktion - Die Rahmen eignen sich für verschiedenste Teile und werden wiederum an Trägern aufgehängt. Diese Träger werden dann automatisch durch die Tauchbecken gefahren.
#Prozessteuerung - Hier werden die Parameter eingestellt und überwacht
#Der Prozess besteht im Wesentlichen aus vier Schritten - Reinigen, Anodisieren, Färben, Versiegeln und Reinigen
#Chemisch werden die Teile entfettet - bevor es in Richtung Oberflächenbehandlung geht. Zum Zeitpunkt unseres Besuchs waren drei Farbbäder gefüllt: Schwarz, Rot und Blau. Prinzipiell ist aber fast jeder Farbton möglich, außer weiß.
#Das Ende des Eloxal-Prozess - die Rahmen werden versiegelt und gereinigt
#Die heißen Bäder dampfen mächtig - dank offenen Wandteilen ist die Luft aber okay.
#1,5h dauert der gesamte Prozess - Man beachte die Armlinge dieses Mitarbeiters.
#Durch unterschiedliche Oberflächenbehandlung vor dem Eloxieren sind schicke Effekte möglich - Es ist inzwischen auch Zweifarb-Eloxal möglich. Dafür wird der Rahmen nach der ersten Farbe (hell, meist farblos) maskiert und dann farbig eloxiert.
#Eloxierte Nabenkörper - dank vorheriger Politur glänzen sie auch nach der Anodisierung
#Eloxierte und gefärbte Teile warten auf die Wärmebehandlung
#Nach dem Anodisieren verbringen die Teile einige Zeit im Ofen - Bei 110°C
#Reinigung - Letzte Rückstände werden beispielsweise aus Gewindegängen ausgeblasen
#Das Bestücken der Rahmen dauert etwa eine halbe Stunde, das Leeren wenige Minuten
#Fertig - jetzt müssen die Einzelteile "nur" noch abgenommen, kontrolliert und neu verpackt werden
#Wenn etwa an der Aufnahme des Teils kleine Stellen nicht perfekt gefärbt worden sind, wird hier nachgeschwärzt
#Fertig verpackt gehen diese Teile in Richtung Warenausgang
Nach dem Anodisieren werden viele Teile noch mit Laser graviert – einfach weil das Anbringen von Stickern auf Eloxal nicht einfach ist, und es zur hochwertigen Optik passt. Das Video oben demonstriert den Prozess am besten, insgesamt ist einfach nur beeindruckend, …
Ist jetzt aber nicht so neu, dass Taiwan eine Mischung von chinesischem Lebensgefühl mit US-Wirtschaftssystem ist. In jedem Fall in jeder Hinsicht meilenweit weg von Europa und Japan. In letzteren Regionen habe ich jahrelang gerne gearbeitet, in China hat es mir nicht gefallen, in US auch nicht. Deswegen liebe ich Bike-Firmen wie Nicolai.
Sorry Muschi, ich weiß ich wollte das nie tun aber trotzdem
Das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf in Taiwan liegt bei 37.700USD, das von Japan liegt bei 38.633,71USD, das von Japan liegt bei 34.700USD im Jahr 2010.Außerdem bezieht Nicolai seine Rohrsätze ebenfalls vom Taiwanesischen? (mir wurde gesagt Fernost, ich bin mir aber relativ sicher, dass damit Taiwan gemeint ist) Markt. Taiwan ist ein hochentwickeltes, hochmodernes Industrieland, was wirklich sehr nah an den Standart Made in Germany rankommt. Außerdem ist beispielsweise die Aluminiumproduktion in Deutschland schon rein aus logistischen Gründen unmöglich. Mir wurde gesagt, dass selbst Taiwan schon seit längerem eigentlich viel zu teuer für diese Produktion ist, allerdings sind dort schon die Fabriken vorhanden, deswegen wird fleißig weiterproduziert.
Also Made in Taiwan ist nicht zu unterschätzen und die Qualität ist MEISTENS ganz ordentlich
@MrMupfin97 : Ich habe nicht von Produktqualität und auch nicht vom finanziellen Lebensstandard gesprochen, der sich im übrigen nicht treffsicher über das BSP pro Kopf messen lässt. Mir ging es darum, dass mir das Leben und Arbeiten in Jp und mehreren Ländern Europas Freude gemacht hat (und in D immer noch macht). Derartiges Wohlbefinden habe ich im chinesischen Kulturkreis (wozu Taiwan zählt)und in US leider nicht empfunden.
Übrigens ist auch mir klar, dass es in D keine Alu-Rohproduktion gibt. Aber die Wertschöpfung im Fahrradbau liegt ja wohl nicht bei der Elektrochemie und dem Ziehen von Rohren.
Der Klugscheißerbeitrag
Ich kenn einen, der is geschäftlich dort unterwegs und der hat mir gesagt, dass die Arbeits- und Lebensstandarts in Taiwan auf einem sehr hohen Niveau liegen sollen
Aber ich glaube sowas liegt im Auge des Betrachters
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