Adidas 2020
Am Stand von Adidas gefiel uns der Futurecraft Loop-Anorak besonders gut. Nicht, dass man damit ernsthaft Mountainbike gehen würde, aber das Design beantwortet bereits die Frage, was am Ende des Produktlebens folgt.
- ISPO Award ausgezeichnet für Nachhaltigkeit
- Entwicklungsziel: Kreislaufwirtschaft, bei der das Produkt vollständig gleichwertig recycelt werden kann
- 100 % Polyester (Mono-Material), keine Bleiche
- Keine Zerlegung fürs Recycling nötig, Jacke kann geshreddert und zu frischem Polyester verarbeitet werden
- Nutzung von Parley Ocean Plastik (Verwendung von u. a. Fischernetzen als Rohstoff)



Maloja 2020
Am Stand von Maloja fielen uns besonders die spannenden Materialansätze ins Auge. So wird neben Hightech-Materialien wie Gore-Tex Shakedry auf Naturmaterialien wie Hanf gesetzt. Auch in Kollaborationen nutzen die Bayern mit Vorliebe nachhaltig gedachte Textilien, wie etwa Primaloft Bio. Diese Isolation ist biologisch abbaubar – natürlich nicht auf dem Kompost, aber technisch – und besteht aus Recyclingmaterial.


Vaude 2020
Bei Vaude muss man es ja schon fast gar nicht mehr dazu sagen: Was die Süddeutschen angehen, gehen sie nachhaltig an. So natürlich auch bei den ausgestellten Stücken aus der Winterkollektion 20/21. Wo es nur geht, werden recycelte Materialien und Naturstoffe genutzt.



Icebreaker 2020
Icebreaker aus Neuseeland ist für seine hochwertige Merinowolle-Wäsche bekannt. Für die Zukunft stellt man sich der Frage, wie die Wolle mit möglichst geringen ökologischen Auswirkungen gefärbt oder gebleicht werden kann. Das Ausstellungsstück erhielt einen ISPO Award für den Ansatz, natürliche Pigmente aus nachwachsenden Ressourcen für das Färben zu verwenden. Dass dann auch noch ein Motiv verwendet wurde, welches das (schrumpfende!) Eisschild Grönlands zeigt, passt zur Botschaft.

Gore Wear 2020
Während Icebreaker noch in Farben denkt, hat Gore einfach mal eine transparente Jacke ins Sortiment genommen. Das Gore Infinium Insulated Jacket besteht aus einer Windstopper-Membran, die mit einer atmungsaktiven Polartec Alpha Isolationslage kombiniert wird. Die Außenhaut bildet dann ein farbloses, transparentes Gewebe, das den Blick auf die Isolation erlaubt. In Summe wiegt die Jacke schlappe 250 g, ist winddicht, isoliert und warm. Natürlich nichts, womit man stürzen sollte, aber mit angenehm weichem Griff und offenbar hoher Atmungsaktivität.


Welches Produkt erscheint euch im Sinne der Nachhaltigkeit besonders vielversprechend?
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16 Kommentare
» Alle Kommentare im ForumRapha kann gar nicht schnell genug MTB bekleidung anbieten...
Um das zu erfahren, müsste man wohl permanent in den Firmen zuschauen... schafft man sowas? Also irgendwie Infos besorgen + genau hingucken.
Bei Vaude z.B. würde ich die Nachhaltigkeit bis zu einem gewissen Punkt sogar glauben (die angesprochenen Mängel fer Funktion sind natürlich Mist)
Dazu:
ich hatte 2018 mal das "Vergnügen", exakt ein halbes Jahr in einer Textildruckerei zu arbeiten - hier mitten in Deutschland (war sozusagen noch eine letzte Station, vor dem Rentenbeginn). Es ging hier zwar nicht um funktionelle Sportbekleidung, sondern um´s Bedrucken von T-Shirts - neben vielerlei 08-15-Zeugs waren aber auch richtig schöne dabei - eigentlich ganz cool mit Fahrradmotiven (war vielleicht der Grund, warum ich überhaupt dort angefangen hatte).
Die T-Shirts wurden bezogen (Fertigung nat. in Asien >> 1€ das Stück) nachdem unsere Drucke drauf waren, waren sie plötzlich 30... 40 und mehr € wert. Dazu hatten wir unmögliche Produktionsbedingungen: alles total eng + zugestellt; jedesmal, wenn man etwas anfasste, war man von oben bis unten mit Farbe beschmiert. Obwohl nicht unsportlich, war ich immer zu langsam, es stank ständig nach Lösungsmitteln + es gab einen kleinen Waschraum mit einem Kaltwasserhahn, dafür keinen Pausenbereich. Und dann waren sie wild danach, alle Zertifikate und Label zu erhalten, wie z.B. "Fair Trade", "GOTS" - aber nix wurde innerbetrieblich eingehalten.
Und dann gehe ich durch die Innenstadt, und sehe diese T-Shirts im Eine-Welt-Laden. Da müssen einem doch ernsthafte Zweifel an den ganzen Siegeln + Behauptungen kommen... Ich kann nur sagen: Kauft nix von "GreenBomb" - wenn´s auch noch so coole Motive sind.
Netterweise haben sie mir auf den Tag genau nach der Probezeit gekündigt - ich hätte sonst gar nicht gewusst, wie ich da ohne Probleme wieder raus komme
Sehr nachdenklich grüßt
Andreas (hallunke)
Grundsätzlich gibt es noch große Textilfabriken (Krempeln, Wirkereien, Garnhersteller) in Deutschland sowie auch in Europa auch mit großen Namen. Ich spreche nicht von den kleinen "T-Shirt Bedruckern" sondern von denen die für 20 MioEUR eine Anlage hinstellen, welche die Basisware herstellt. Das WHG und die AwSV sind relativ streng und der Durchgriff zu Einhaltung erlebe ich als sehr hoch (Textilen herstellen braucht viel Wasser).
Vieles was hier produziert wird ist recyceltes PES und die Kunden verlangen es auch. Also ja man kann schon "green" kaufen, der interpretationsspielraum ist jedoch sehr hoch, wer Gesetze und Verordnungen einhält und recycelte Fasern verwendet ist schon auf einem guten Weg und hat viele Hürden zu nehmen.
Bekleidung und das Testen / Vorstellen hier auf MTB News...das hatten wir doch schon öfter. Nachhaltig und Adidas als Überschrift, da fällt einem eh nichts mehr ein. Aus aktuellem Anlaß mal Adidas und Kambodscha per Google suchen, wäre auch für die Redaktion mal eine Idee, bei so einem schickem ISPO Besuch nachzuhaken
Zitat von saubere-kleidung.de : "Adidas Passivität und Weigerung, sich an der ACT-Initiative zu existenzsichernden Löhnen oder an der Textilbündnis-Initiative zu Kambodscha zu beteiligen, lassen die Tarifverhandlungen in Kambodscha scheitern, bevor sie überhaupt begonnen haben: Der Arbeitgeberverband Kambodschas hat am 11. März 2019 zum Ausdruck gebracht, dass er ohne weitere verbindliche Zusagen von großen Marken, trotz steigender Lohnkosten weiter in Kambodscha produzieren zu lassen, keine Tarifverhandlungen beginnen wird. „Adidas Passivität in dieser Lage ist ein Schlag ins Gesicht aller Beschäftigten, die von ihren Löhnen nicht leben können“, so Sabine Ferenschild von SÜDWIND. Verschärft wird die Situation durch die Drohung von adidas, Produktion aus Kambodscha abzuziehen, sollten die Zollvorteile durch die EU-Handelspräferenz „Everything but Arms“ wegfallen."
Im Herbst 2018 ging an meiner Virt Softshell Pant auf der rechten Seite (nach 3J.)der Reißverschlusses kaputt.
Kontakt mit Vaude aufgenommen, Adresse bekommen wo ich die Pant hinschicken soll, für schlappe 25€ wurde ein neuer Reißverschluss Tip Top eingenäht.
Das nenne ich Nachhaltig!
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